01.03.21

Wir bauen uns - noch einen - Spieleautomaten!

Seit 2017 nehmen wir unseren selbstgebauten Spieleautomaten zu vielen Messen mit. Dort dient er sehr erfolgreich als Eisbrecher und lockerer Gesprächseinstieg. Aber wie das oft mit guten Dingen ist: Es gibt immer was zu verbessern. Aus diesem Grund stellt euch unser Kollege Philipp in diesem Blogartikel die Geschichte der Entstehung von unserem zweiten Spieleautomaten vor. Er hat ihn selbst gebaut, von der ersten Skizze bis zum fertigen Automaten, und kann daher aus erster Hand berichten.

„Anfang 2019 kamen wir auf die Idee einen neuen, stabileren Spieleautomaten für zwei Spieler zu bauen. Bei dem ersten Automaten mussten wir immer eine Tastatur mitnehmen, um den Spielern die Möglichkeit zu geben sich in die Highscore-Liste einzutragen. Die Tastatur musste rübergereicht werden und das war unpraktisch. Ein weiterer Kritikpunkt am kleinen Automaten war, dass auf den Messen auch noch irgendwo Platz für den Rechner gefunden werden musste und die Verkabelung gestaltete sich, je nach Messe, schwierig.

Also war die Anforderung zunächst folgende: einen stabilen 2-Spieler-Spieleautomaten bauen, der eine Tastatur (und eine Maus) komfortabel bereitstellen kann. Ein weiterer Bonus wäre die Möglichkeit direkt in dem Automaten einen Laptop einzubauen.

Statt also einen „halben“ Automaten zu bauen, wollte ich diesmal einen entwickeln, der alleine komplett funktionsfähig war. Die Form sollte dabei der klassischen Form der Automaten aus den 80ern entsprechen.

Zu Beginn ist es bei jedem solchen Projekt erst einmal wichtig einen Plan anzufertigen, wie das ganze am Ende aussehen soll. Konkrete Überlegungen hierfür waren eine durch einfaches drücken zu öffnende Schublade einzubauen, die die Tastatur und Maus beinhaltet und den Automaten aus zwei Teilen zu bauen, die auch getrennt transportiert werden können. Folgender Plan ist aus diesen Überlegungen entstanden.

Im nächsten Schritt musste ich mir erst mal klar darüber werden, wie der Automat zusammengebaut aussehen würde. Dazu habe ich aus Pappe ein Modell in Originalgröße gebaut. Basierend auf diesem Papp-Modell habe ich dann mit verschiedenen Geräten versucht, die äußere, abgerundete Form möglichst genau aus zwei Holzplatten auszuschneiden.

 

In dieser Rohform fehlte noch die Schublade, die Bohrungen für das Kontrollbrett (auf dem am Ende die Knöpfe und Joysticks angebracht werden sollten), der Sockel unten, die beiden Böden, sowie die Rückwand, die aus zwei Türen bestehen sollte. Außerdem besteht der Rahmen hier noch aus einem Stück und ist nicht in der Mitte trennbar. Das wollte ich später machen, wenn ich die genauen Maße des Monitors und somit auch die genaue Position der Schublade bestimmt hatte.

Damit der Rahmen aber auch ohne die fehlenden Teile stabil bleibt, habe ich ihn direkt verleimt.

Bei unserem ersten Automaten ist im Laufe der Zeit aufgefallen, dass die Kanten besonders leiden. Daher wollte ich diese beim neuen Automaten mit einer Schutzkante aus Plastik versehen. Dazu musste ich in die beiden Seitenteile eine Fuge, bzw. eine Nut, hineinschneiden, was mit einem Scheibennutfräser funktioniert.

Als nächstes baute ich als Aufhängung des Monitors eine   Holzkonstruktion in den Automaten, an der ich den Monitor verschraubt habe. Wichtig war mir, dass ich vor den Monitor eine Glasscheibe einbringen konnte. Diese besprühte ich mit schwarzer Farbe, so dass nur ein Fenster, welches der Bildfläche des Monitors entsprach, durchsichtig blieb.

 

Danach ging es um die Schublade. Die Konstruktion der Schublade war überraschend einfach: die Blende vorne, ein Brett als Boden und ein Abschlussbrett hinten. Nachdem die Schublade dann angebracht war, hatte ich die Höhenvorgabe und wusste, wo ich den Schnitt zur Trennung von Ober- und Unterhälfte ansetzen konnte. Nun konnte ich auch die Schutzkanten anbringen und direkt verleimen.

Ein weiterer wichtiger Teil des Spielautomaten war das Kontrollbrett. Hierfür habe ich ein Brett zwischen zwei Pressspanplatten geklemmt, damit das eigentliche Kontrollbrett beim Durchbohren nicht ausfranst und daraufhin die entsprechenden Löcher eingebohrt.

Für die fertige Holzkonstruktion fehlten jetzt nur noch wenige Details: Die drei Bodenplatten - ein Boden für das Oberteil, ein Boden für das Unterteil und zur Stabilisierung noch ein „Deckel“ für das Unterteil - und die hinteren beiden Türen mussten noch eingebaut werden.

Damit das Oberteil stabil mit dem Unterteil verbunden werden kann, wurden an beiden Seiten Kofferklemmen montiert. Und damit war der Holzrahmen in schlichtem Weiß dann fertig!

 

Im Vergleich mit der ganzen Arbeit am Rahmen war das Anbringen der Elektronik für den Automaten relativ schnell erledigt. Die Knöpfe und Sticks habe ich online bestellt. Dann habe ich sie nur noch eingeschraubt, verkabelt, die Kabel mit Panzertape und Heißklebepistole fixiert und fertig.

Zum Abschluss folgte eine Folie zur äußeren Verkleidung des Automaten. Das Anbringen dieser war schwieriger als erwartet. Zunächst habe ich das FaktorZehn-Logo an der Stirnseite und die Folie auf dem Kontrollbrett angebracht. Für die restlichen Folien habe ich aufgrund der großen Flächen Hilfe von einer anderen Person benötigt. Aber zusammen hat auch das sehr gut geklappt.

Einen Wermutstropfen hat der neue Automat aber – er ist ganz schön schwer. Ein Transport zu verschiedenen Messen wird bei dem Gewicht schwierig bis unmöglich, denn selbst in seine beiden Teile zerlegt ist das Oberteil nur zu zweit zu tragen und auch das Unterteil ist so groß, dass es zumindest leichter zu zweit geht. Außerdem wird die Folie ein häufiges Auf- und wieder Abbauen wahrscheinlich nicht schadlos überstehen.

Vielleicht optimieren wir das ja irgendwann in einem dritten Spieleautomaten. ;-)“

 

Zur Person

„Ich bin Philipp Bouillon und habe mich „schon immer“ für Computer und Programmierung interessiert. Der Commodore C-128 war 1985 der erste Computer unserer Familie und auf ihm habe ich die Grundzüge des Programmierens erlernt. Seit 2012 arbeite ich als Softwareentwickler und Berater für die Faktor Zehn und programmiere nebenbei Computerspiele als Hobby. 2015 habe ich Alite für Android Smartphones in den Playstore gebracht, dabei handelt es sich um ein Remake des Spieleklassikers Elite aus den 80ern. Danach habe ich mich mit der Unity Spieleengine beschäftigt und einige kleinere Spielchen, auch für die Faktor Zehn, geschrieben. Im Juli 2020 habe ich mit MagnetoBotty mein erstes Spiel für Steam herausgebracht.

Eines Tages gab es in der Faktor Zehn ein Brainstorming dazu, wie wir mehr Aufmerksamkeit auf Messen für potentielle neue Mitarbeiter erreichen können und nach kurzer Zeit kamen wir darauf, einen eigenen Spieleautomaten zu bauen. So kam es zu dem ersten kleinen Automaten. Aber der hatte noch Verbesserungspotential, weswegen ich jetzt den zweiten, deutlich größeren Spieleautomaten gebaut habe.“

 

Wir freuen uns schon, wenn unsere Kollegen zusammen auf diesem spielen können. :-)

Euer Faktor Zehn-Team

XS
SM
MD
LG
Share
Sprachauswahl Icon
We noticed your browser language is not German.
Do you want to switch to English?